… hat sich Dein Leben, so wie es heute ist, entschieden. Ist Dir das klar?
Nein, ich meine damit nicht die Sekunden in denen sich Deine Mutter für Deinen Vater entschieden oder sich für oder gegen Schnaps oder Zigaretten in der Schwangerschaft entschieden hat. Obwohl natürlich auch das wichtige Entscheidungen für Dein Leben waren.
Irgendwann in Deiner Kindheit ist es passiert und hat Dich bleibend geformt. Es hat sich Dir die Frage gestellt: Wie komm ich da raus? Oder genauer gesagt: In der frühen Kindheit ging es mangels der späteren komplexeren ‚Verhaltens- Verästelungen‘ immer grundlegend um Leben oder Tod. Also, lautete Deine Frage damals: ‚Wie überlebe ich das?‘.
Was und wie das war, weißt Du nicht mehr. Doch Dein Körper, Deine Gehirnstruktur weiß es noch. Vergleichbar mit dem ersten Seitentrieb eines Baumkeimes. Alle Äste die künftig aus ihm wachsen, können später nimmer auf andere Ersttriebe ‚rüberspringen‘. Sie bleiben lebenslang ihrer Basis verwurzelt.
Aus der Verhaltensbiologie kennen wir die Grundreaktionen des Flüchtens, Kämpfens oder Totstellens („Fight, Flight or Freeze“). Sie gehören zu den ganz frühen und grundlegenden ‚Ästen‘ auf denen spätere ‚kleinere, detailiertere‘ Verhaltensweisen aufgesetzt werden. In Ansätzen sind so grundlegende Verhalten vermutlich genetisch vorbereitet. Doch ’starke Äste‘ daraus, machen erst wir, durch unsere entsprechenden Erstverhalten und ob sie erfolgreich waren oder nicht.
Du bist, ob Dir das bewusst ist oder nicht, im Grunde ein Flüchter, Kämpfer oder Todsteller.
Wie das mit der, von mir so gern postulierten, alles ermöglichenden Schöpferkraft zusammengeht? Obige 3er- Einteilung gilt nur bedingt generell. Wir haben schon so unsere persönlichen ‚Opfer‘ und Schwachstellen die bestimmte Verhalten antriggern. Aber auch andere ‚Reize‘ die wiederum andere Verhalten hervorrufen.
Du kannst Dich also gerne analysieren wo, wann oder bei wem Du der Macher, der Kontrollierer und in welcher Situation Du der Lasser, der Anpassler oder Todsteller und Schweiger bist. Und auch, ob Du Dir oder anderen damit fallweise Probleme schaffst, Leute vor den Kopf stößt oder vielleicht Chancen versäumst.
Selbst bei so tief und früh Verankertem gilt unser freie Wille. Sind wir uns erst einmal unserer ‚gelegten Bahnen‘ klar, sind sie von uns (allein) auch veränderbar. Jedoch meist nur eher langfristig. Mit gewissen Techniken aber auch ‚teuer im Schnellgang‘ erlösbar.
– lichst


Veröffentlicht von payoli 












